In der 3. Woche des opco11 gab es verschiedene Aufgaben zum Thema: Technologien und Lernen zu bearbeiten u. A. wurde die Nutzenfrage gestellt.

„Welcher Nutzen ist mit neuen Technologien bzw. Lerntechnologien verbunden? Womit müssen sich Lehrende und Lernende auseinandersetzen? Oder lenken Technologien nur vom Wesentlichen ab?“

Zum Einstieg bzw. als Anregungen gab es verschiedene Links und Materialien u. a. ein Kapitel aus dem L3T von Clemens Kroll und Martin Ebner. Ich habe mir tatsächlich einmal die Mühe gemacht, die dortige Aufgabe „Erstellen Sie eine tabellarische Übersicht, in der Sie die Vor-­ und Nachteile aller Geräte im Lehr-­ und Lerneinsatz festhalten. …“ zu bearbeiten (ganz nach dem Motto des Selbstversuchs: Bearbeite eine Aufgabe und schaue, ob und welchen Erkenntnisgewinn sie hat). Was habe ich festgestellt? Das sich die einzelnen Technologien nicht so ohne Weiteres miteinander vergleichen lassen, da sie sich an unterschiedlichen Kriterien messen lassen müssen – wie Mobilität, Helligkeit des Raumes, Unterrichtstempo, Speicherbarkeit und Wiederverwendbarkeit usw., die einige Technologien gar nicht bedienen können. Das ist ja vollkommen klar, werden einige vielleicht denken. So klar ist das m. E. vielen nicht, denn in der Praxis werde ich immer noch permanent in Diskussionen verstrickt mit Fragen wie: Welche Vorteile denn der Einsatz eines Interaktives Whiteboard hat?

Entscheidend ist vielmehr, wie die Technologien genutzt werden (in formellen Lernprozessen), also wann, mit welcher Methodik und mit welchem Ziel sie eingesetzt werden. So kann eine alte Schiefertafel wesentlich mehr zum Lernerfolg beitragen, wenn die Aufgabenstellungen und Lehrziele eine Auseinandersetzung mit dem Lernstoff erfordern, als die Arbeit mit einem iPad, wenn diese unklar sind und bleiben.

Wichtig ist für mich nicht der Einsatz einer Technologie, sondern deren Einbettung in die Lernumgebung. Man muss sich als Lehrer genau fragen, ob der Einsatz einer solchen hier Sinn macht, oder ob es nicht doch nur eine Spielerei ist. Damit will ich nicht sagen, dass Spielen nicht wunderbar wäre, im Gegenteil… ich spiele sehr gern und bewundere z.B. die Chinesen, die wirklich fast alles spielerisch angehen, also „einfach mal ausprobieren und dabei bestimmt Spaß haben“, ohne schon vorher verkopft zu fragen, ob, was und unter welchen Bedingungen mir das etwas bringt.

Was ich mit „Einbettung“ meine ist, die Technologie auch gewinnbringend einzusetzen, sodass sie das Lernen unterstützt und nicht davon ablenkt. Auch das ist klar… aber eben nicht immer so einfach zu bewerkstelligen. Hierfür ist ganz sicher die Aufgabenstellung wichtig. Ich bin z. B. immer wieder genervt von Aufgaben in Schulbüchern, in denen von den Schülern kollaboratives Arbeiten gefordert wird, wo dieses gar nicht nötig ist, da die Aufgabe nicht auf Aufgabenteilung beruht (siehe hierzu auch die tollen Ausführungen von Jasmin). Gleiches gilt für den Umgang mit Lerntechnologien. Es ist unbestreitbar, dass diese neue Möglichkeiten in neuen Lernszenarien eröffnen.

Wie genau das vor allem im schulischen Alltag aussiehen wird, werden die nächsten Jahre zeigen. Ich bin gespannt auf  die Beiträge in den vielen Blogs der Lehrer, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

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Bildquellen 1 und 2

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